01. Aug 16

Arbeitsgericht Düsseldorf: Wirksame fristlose Kündigung nach Verfolgungsjagd

Eine verhaltensbedingte Kündigung ist auch dann möglich, wenn der Arbeitnehmer abseits seines Arbeitsplatzes ein Verhalten zeigt, das für den Arbeitgeber nicht zumutbar ist.

GRP Rainer Rechtsanwälte Steuerberater, Köln, Berlin, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart führen aus: Die verhaltensbedingte Kündigung im Arbeitsrecht sieht in der Regel einen schweren Verstoß des Arbeitnehmers gegen seine arbeitsvertraglich geregelten Pflichten vor. Allerdings kann auch das Verhalten in der Freizeit außerhalb des Arbeitsplatzes die verhaltensbedingte Kündigung rechtfertigen, wie aus einem Urteil des Arbeitsgerichts Düsseldorf vom 12. Juli 2016 hervorgeht (Az.: 15 Ca 1769/16).

In dem Fall hatte ein Autohaus einem seiner Verkäufer fristlos gekündigt, da er im alkoholisiertem Zustand und ohne Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis an einem vermeintlich illegalen Rennen teilgenommen hatte. Dabei ging er der Polizei ins Netz. Der Verkäufer soll auf einem Renn-Quad einen Lamborghini verfolgt haben, der ihm gehörte aber von einer anderen Person gefahren wurde. Die beiden sollen sich ein Rennen durch die Düsseldorfer Innenstadt geliefert und mit überhöhter Geschwindigkeit mehrere rote Ampeln überfahren haben. Es war nicht das erste Mal, dass der Verkäufer auffällig wurde. Schon 2014 hatte er unter Alkoholeinfluss einen Unfall mit Totalschaden verursacht. Seinen Führerschein musste er daraufhin abgeben und von seinem Arbeitgeber erhielt er eine Abmahnung. Aufgrund des erneuten Vorfalls hielt das Autohaus eine Weiterbeschäftigung des Verkäufers nicht mehr für zumutbar und sprach die Kündigung aus.

Der Verkäufer führte zwar aus, dass sein Lamborghini offenbar gestohlen werden sollte und er habe im Schockzustand das Quad zur Verfolgung des vermeintlichen Diebs genutzt. Doch selbst wenn diese Version stimmen sollte, lief seine Kündigungsschutzklage ins Leere. Das Arbeitsgericht Düsseldorf erklärte, dass die fristlose Kündigung wirksam erfolgt sei. Die Verfolgungsjagd im alkoholisierten Zustand sei nicht zu rechtfertigen. Dadurch habe der Verkäufer das Vertrauen seines Arbeitgebers schwer erschüttert und das Ansehen des Autohauses gefährdet, so dass eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr zumutbar sei. Dem stehe auch nicht entgegen, dass es sich um ein außerdienstliches Verhalten des Arbeitnehmers gehandelt habe.

Im Arbeitsrecht erfahrene Rechtsanwälte beraten Arbeitgeber in Fragen rund um die Kündigung und anderen rechtlichen Themen.

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