15. Apr 16

Nordcapital Bulkerflotte 1: MS E.R. Barcelona insolvent

Das Amtsgericht Lüneburg hat am 11. April das vorläufige Insolvenzverfahren über die Gesellschaft der MS E.R. Barcelona eröffnet (Az.: 46 IN 33/16). Der Frachter zählte zur Nordcapital Bulkerflotte 1.

GRP Rainer Rechtsanwälte Steuerberater, Köln, Berlin, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart führen aus: Die vom Hamburger Emissionshaus Nordcapital im Jahr 2008 aufgelegte Bulkerflotte 1 zählt zu den größten Schiffsfonds in Deutschland. Rund 5600 Anleger beteiligten sich mit insgesamt ca. 174 Millionen US-Dollar an dem Fonds. Derzeit ist die Nordcapital Bulkerflotte 1 an den acht Einschiffsgesellschaften MS E.R. Basel, MS E.R. Bern, MS E.R. Bornholm, MS E.R. Bergamo, MS E.R. Bologna, MS E.R. Bilbao, MS. E.R. Brest und MS E.R. Barcelona beteiligt. Über Letztgenannte wurde nun das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet.

Die Beteiligung an der Nordcapital Bulkerflotte 1 verlief für die Anleger allerdings enttäuschend. In Folge der Insolvenz eines koreanischen Reeders, der einen Großteil der Bulker gechartert hatte, geriet auch der Fonds in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Daher wurde 2011 ein Sanierungskonzept umgesetzt, bei dem die Anleger noch einmal rund 20 Millionen USD frisches Kapital investierten. Viel geholfen hat es nicht. Die Insolvenz des Frachters MS E.R. Barcelona zeigt, dass die Handelsschifffahrt nach wie vor in einer tiefen Krise steckt. Auch wurden die Anteile an der Nordcapital Bulkerflotte 1 laut der Handelsplattform zweitmarkt.de zuletzt nur noch zu einem Kurs von 1,5 Prozent gehandelt (Stand 9. Juni 2015).

Für die Anleger, die sich mit einer Mindestsumme von 15.000 USD beteiligen konnten, steht nach wie vor viel Geld auf dem Spiel. Um finanzielle Verluste bis hin zum Totalverlust abzuwenden, können sie sich an einen im Bank- und Kapitalmarktrecht versierten Rechtsanwalt wenden. Dieser kann prüfen, ob Ansprüche auf Schadensersatz geltend gemacht werden können.

Der Schlüssel dazu kann in einer fehlerhaften Anlageberatung liegen. Erfahrungsgemäß haben die Banken Schiffsfonds häufig als sichere und renditestarke Geldanlagen beworben. Zu einer ordnungsgemäßen Anlageberatung gehört aber auch die umfassende Aufklärung über die Risiken. Zumal sich im Jahr 2008 die Probleme der Handelsschifffahrt schon abgezeichnet haben. Darüber hinaus hätte die vermittelnde Bank auch ihre Rückvergütungen (sog. Kick-Backs) offenlegen müssen.

Weitere Informationen unter:

http://www.grprainer.com/rechtsberatung/kapitalmarktrecht/faelle/nordcapital-gmbh-schiffsfonds.html

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