05. Okt 16

OLG Celle stärkt Anleger: Schadensersatz wegen Falschberatung

Das OLG Celle stärkt Anlegern den Rücken. Verlief die Anlageberatung nicht ordnungsgemäß, kann der Anleger Ansprüche auf Schadensersatz geltend machen (Urteil vom 22.09.2016 Az.: 11 U 13/16).

GRP Rainer Rechtsanwälte Steuerberater, Köln, Berlin, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart führen aus: Anleger, die sich bspw. an einem geschlossenen Fonds oder einer anderen Kapitalanlage beteiligen möchten, haben den Anspruch auf einer anleger- und objektgerechte Beratung. Diese umfasst auch die Aufklärung über die Risiken der Geldanlage. Häufig ist die Anlageberatung aber nicht ordnungsgemäß verlaufen und für den Anleger wesentliche Informationen wurden verschwiegen. Durch eine fehlerhafte Anlageberatung können dann Schadensersatzansprüche entstanden sein. Im Bank- und Kapitalmarktrecht versierte Rechtsanwälte können prüfen, ob Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können.

Der Fall vor dem Oberlandesgericht Celle ist schon fast ein klassisches Beispiel für eine fehlerhafte Anlageberatung. Ein Anleger hatte sich an dem geschlossenen Immobilienfonds König & Cie. Immobilienfonds IV Parkhuis Amsterdam beteiligt. Die Beteiligung war ihm von einem für eine Anlageberatungsgesellschaft tätigen Handelsvertreter vermittelt worden. Die Beteiligung an dem Fonds verlief unbefriedigend und der Anleger klagte auf Schadensersatz.

Das OLG Celle gab der Klage statt. Denn der für die Beratungsgesellschaft tätige Handelsvertreter habe weder über das Risiko des Widerauflebens der Kommanditistenhaftung noch über das Währungsrisiko, das sich aus der Vereinbarung eines auf Schweizer Franken bezogenen Swaps ergibt, aufgeklärt. Beide Risiken bedürften der mündlichen Aufklärung, so der Senat. Der Anlageberater müsse rechtzeitig, richtig, sorgfältig und verständlich beraten und dabei den Anleger auch über die Eigenschaften und Risiken unterrichten, die für die Anlageentscheidung eine wesentliche Bedeutung haben können. Zwar sei auch eine Aufklärung über die Risiken durch die rechtzeitige Übergabe des Emissionsprospekts möglich. Allerdings war dem Anleger der Prospekt erst am Tag der Zeichnung der Fondsanteile übergeben worden. Also nicht rechtzeitig, um von den Inhalten noch Kenntnis zu nehmen. Diese Behauptung bestritt die Anlageberatungsgesellschaft mit Nichtwissen. Dies sei aber unzulässig, so das OLG. Die Gesellschaft hätte darlegen müssen, dass der Prospekt rechtzeitig übergeben wurde. Unterm Strich sprach das OLG dem Anleger daher Schadensersatz wegen Falschberatung zu.

Weitere Informationen unter: https://www.grprainer.com/rechtsberatung/kapitalmarktrecht.html

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