01. Dez 16

Schiffsfonds nicht zur Altersvorsorge geeignet – Schadensersatz wegen Falschberatung

Schiffsfonds sind spekulative Geldanlagen und generell nicht zur Altersvorsorge geeignet. Das stellte das Landgericht Itzehoe mit Urteil vom 6. Oktober 2016 klar (Az.: 7 O 236/13).

GRP Rainer Rechtsanwälte, Köln, Berlin, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart führen aus: Anleger haben einen Anspruch auf eine anleger- und objektgerechte Beratung. Das bedeutet u.a., dass ihnen Geldanlagen vermittelt werden, die zu ihren Anlagezielen und ihrer Erfahrung in Anlagegeschäften passen. Möchte ein Anleger beispielsweise eine Altersvorsorge aufbauen, sind spekulative Geldanlagen wie Schiffsfonds nicht geeignet, da sie sich mit einer Beteiligung auch einer Reihe von Risiken aussetzen, die auch zum Totalverlust des investierten Geldes führen können.

Dass bei einer derartigen fehlerhaften Anlageberatung Ansprüche auf Schadensersatz bestehen, stellte das Landgericht Itzehoe mit aktuellem Urteil fest. Es stellte unmissverständlich klar, dass Beteiligungen an Schiffsfonds spekulative Anlagen sind, die sich nur für Anleger eignen, die Erfahrungen mit derartigen Beteiligungen haben und auch bereit sind, die bestehenden Risiken einzugehen. Zur Altersvorsorge seien Beteiligungen an Schiffsfonds generell ungeeignet.

In dem Fall hatte ein Anleger auf Anraten seines Beraters in zwei Schiffsfonds investiert. In den Beratungsgesprächen hatte er glaubhaft versichert, dass er bei derlei Geschäften unerfahren sei und ausdrücklich an einer sicheren Geldanlage zum Aufbau einer Altersvorsorge interessiert sei. Daraufhin wurden ihm die Beteiligungen an den Schiffsfonds empfohlen. Über die Risiken und insbesondere über das Totalverlust-Risiko wurde er im Unklaren gelassen. Die Beteiligungen schlugen fehl und der Anleger machte Schadensersatz geltend. Das LG Itzehoe gab ihm Recht. Die Anlageentscheidung habe auch auf den Beratungsgesprächen beruht. Es sei davon auszugehen, dass er bei einer ordnungsgemäßen Anlageberatung mit einer entsprechenden Risikoaufklärung sich nicht an den Schiffsfonds beteiligt hätte. Daher stehe ihm Schadensersatz zu.

Etliche Schiffsfonds sind in den vergangenen Jahren in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und haben sich nicht wie erwartet entwickelt. Viele Schiffsfonds mussten Insolvenz anmelden. Anleger können aber aufgrund einer fehlerhaften Anlageberatung Ansprüche auf Schadensersatz haben. Erfahrungsgemäß wurden in den Beratungsgesprächen die Risiken häufig verschwiegen bzw. nur unzureichend erwähnt und Beteiligungen an Schiffsfonds auch zur Altersvorsorge empfohlen. Betroffene Anleger können sich an einen im Bank- und Kapitalmarktrecht erfahrenen Rechtsanwalt wenden.

Weitere Informationen unter: https://www.grprainer.com/rechtsberatung/kapitalmarktrecht/schiffsfonds.html

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